Archiv für Winterreifen
Werden Sommerreifen zum Versicherungsrisiko
Auch wenn eine Winterbereifung in Deutschland gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, sollte auf solche Pneus umgerüstet werden, um auch bei Schnee und Matsch auf der sicheren Seite zu sein.
Der Winterreifen und seine Kennzeichnungen
Die Autofahrer in Deutschland sind sicherheitsbewusst: Laut einer Umfrage von Pirelli setzen 84 Prozent auf Winterreifen. Schließlich sind Reifen die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße und damit ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Viele Autofahrer stehen aktuell vor der Frage, ob ihre Winterreifen noch eine Saison durchhalten oder es besser neue sein sollten.
Der Winter ist schon da, was Sie bei Wintereinbruch machen sollten
Wetterumschwung in vielen Teilen Deutschlands. Der Herbst kommt in diesem Jahr früh und plötzlich – und das gleich mit teilweise winterlichen Straßenverhältnissen. Nur wenige Autofahrer haben jedoch bereits die Winterreifen aufgezogen. Was aber tun, wenn man mit Sommerpneus plötzlich in Schnee oder Glätte gerät? Die Experten von TÜV SÜD erklären die Fahrphysik auf glatten Straßen und geben Tipps für den Notfall.
Abstand: Werden Straßen plötzlich glatt, ist es zunächst wichtig, den Abstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern zu vergrößern. Dazu aber auf keinen Fall hektisch bremsen, sondern langsam vom Gas gehen und maßvoll das Bremspedal treten.
Steuern: Heftige Lenkbewegungen und zu starkes Beschleunigen vergrößern die Rutschgefahr. Auch zu starkes Bremsen und hohe Geschwindigkeiten unbedingt vermeiden. Vor Kurven auf jeden Fall die Geschwindigkeit reduzieren und gleichmäßig hinein und wieder hinaus lenken. Maß halten gilt auch für die Geschwindigkeit: In der Kurve das Tempo konstant halten. Verlieren die Vorderräder trotzdem die Haftung, vorsichtig vom Gas gehen oder, wenn nötig, ganz leicht bremsen, damit die Reifen schnellstmöglich wieder haften. Ohne ABS wichtig: Niemals die Räder blockieren lassen! Droht das Fahrzeugheck auszubrechen, kann leichtes Gasgeben einen Fronttriebler wieder in die Spur bringen. Beim Heckantrieb muss man vorsichtig leicht vom Gas gehen oder auskuppeln. Für beide gilt: Keinesfalls bremsen, wenn der Dreher droht.
Bremsen: Bei Glätte ist der Bremsweg lang – mit Sommerreifen noch länger. Am besten verzögert man die Fahrt, wenn neben der Bremse auch die Motorbremse eingesetzt wird. Beides aber nur sehr vorsichtig. Bei der Motorbremse auch daran denken, ob man ein front- oder heckgetriebenes Fahrzeug lenkt. Gerät der Wagen trotzdem ins Rutschen: Bremspedal lösen und auskuppeln bis die Reifen wieder Haftung aufbauen. Dann erneut bremsen und zusätzlich die Bremskraft des Motors nutzen. Die schützt auch vor dem Blockieren der Reifen bei der Fahrt bergab. Auf glatten Straßen ist es grundsätzlich ratsam, immer einen Gang niedriger zu schalten als gewöhnlich.
Wählen: Bei plötzlichem Schneefall oder Glätte immer daran denken: Autobahnen und Hauptverbindungsstraßen werden zuerst geräumt. Deshalb gerade mit der falschen Bereifung immer auf den großen Straßen bleiben und Nebenstrecken meiden, raten die TÜV SÜD-Experten.
Nach der sicheren Ankunft gilt: Auf jeden Fall sofort Reifen wechseln!
Übrigens: Alle Tipps zum Verhalten auf glatten Straßen gelten auch für die Reise mit Winterreifen.
Winterreifen ab Oktober sicherheitsrelevant
Trotz teils noch sommerlicher Temperaturen appelliert der Automobilclub von Deutschland (AvD), nun Winterreifen aufzuziehen. Von Oktober bis Ostern sind die Pneus mit dem Schneeflockensymbol sicherheitsrelevant, weisen auf laubbedeckten Straßen, bei Nässe, Matsch und Schnee bessere Fahreigenschaften auf. Die Gummimischung ist auf schlechte Witterungsverhältnisse abgestimmt.
Neue EU-Vorgaben
Beim Reifen-Neukauf sollten Verbraucher auf die S-Kennung und geringe Abrollgeräusche achten. Der AvD weist darauf hin, dass die EU ein abgestuftes Verkaufsverbot für Reifen ohne sogenannte "S"-Kennzeichnung erlassen hat. Ab 1. Oktober 2009 dürfen PKW-Reifen mit einer Querschnittsbreite bis zu 185 mm nicht mehr ohne "S"-Markierung in den Verkehr gebracht werden. Es wurde jedoch eine Übergangsregelung vereinbart. Erfüllen Reifen die Geräuschanforderungen der EU-Richtlinien (ECE-R 117), können Sie mit einem entsprechenden Zertifikat vorübergehend weiterverkauft werden. Ab dem 1. Oktober 2010 gilt diese Regelung für Reifen über 185 bis 205 mm Laufflächenbreite, ab 1. Oktober 2011 für Reifen über 215 mm.
Neben dem Sound sind Profil und Alter entscheidend. Die in Deutschland bei Winterreifen gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Der AvD rät jedoch dringend, nicht mit weniger als 4 mm Profil zu fahren. Sonst büßen die Winterreifen ihren Leistungsvorsprung ein, besonders bei Nässe, Schnee und Matsch. Sie haften schlechter und der Bremsweg wird länger. Auch mit Pneus, die älter als sechs Jahre sind, sollte man nicht mehr unterwegs sein. Die DOT-Nummer zeigt unter anderem an, in welcher Woche und in welchem Jahr der Reifen produziert wurde (z.B. 1209 – für die 12. Woche, im März 2009).
Berufskraftfahrer mit besonderer Verantwortung
Eine ausdrückliche Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt jedoch seit Mai 2006 eine witterungsangepasste Ausrüstung vor (§2, Abs. 3a). Eine unpräzise Formulierung, die es den Behörden überlässt, wie im Einzelfall zu verfahren ist. Es droht ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro. Falls man mit Sommerreifen den Verkehr behindert oder einen Unfall verursacht, werden 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Die Polizei akzeptiert mit M+S (für Matsch und Schnee) markierte Reifen. Diese Bezeichnung steht jedoch nicht unbedingt für Wintertauglichkeit. Der AvD empfiehlt, auf das Schneeflockensymbol zu achten. Um dieses Zeichen zu bekommen, müssen die Reifen auf Schnee bestimmte Eigenschaften nachweisen, bieten mehr Sicherheit.
Der AvD regt zudem an, eine Winterreifenpflicht für Linienbusse, Taxen und LKW – besonders für Gefahrguttransporte – einzuführen. Berufskraftfahrer haben eine besondere Verantwortung und ihre Arbeitgeber, Kommunen oder Spediteure, könnten sich im eigenen Interesse als Vorbilder in Sachen Verkehrssicherheit präsentieren. Bus- oder LKW-Unfälle haben auf winterlichen Straßen nicht selten verheerende Folgen: Personen- oder hohe Sachschäden und oft stundenlanges Stauchaos, falls ein LKW oder Bus quer steht und mehrere Spuren blockiert.
Checkliste: So wird Ihr Auto winterfit
Während ich diesen Beitrag tippe erfüllt es mich mit Wehmut, die Tage werden wieder kürzer und kälter und bald steht schon der Winter vor der Tür. Ich bin eindeutig ein Sonnenmensch, ich liebe es wenn es warm ist und die Sonne scheint.
Wenn dann der Winter da ist, hat dies natürlich auch seine schönen Seiten! Denn Winter beginne ich immer damit, dass ich mein Auto Fit für den Winter machen. Der wichtigste Schritt hierbei ist das Fahrzeug gründlich zu reinigen und das von innen nach außen. Nach der Reinigung ist der nächste Schritt, die Winterreifen in der Garage zu prüfen. Autofahrer die auf Winterreifen verzichten, verurteile ich schwerstens. Wenn doch Millionen Fahrzeughalter Ihr Auto Winterfest machen, damit Sie sich und andere nicht gefährten und dann doch in einen Unfall verwickelt sind, weil eben einfach jemand auf die Winterpneus verzichtet hat, ist einfach nicht gerecht. Dabei gibt es doch seit 2006 in Deutschland die Winterreifenpflicht, die besagt, wenn es Schneit müssen Winterreifen auf dem Fahrzeug montiert sein.
Mein Tipp für alle! Besser auf ein paar unwichtige Sachen verzichten und das ersparte Geld in Winterreifen investieren, nicht nur wegen der Sicherheit, sondern auch dem Sicheren Fahrgefühlt bei Eis und Schnee.
Hier meine Checkliste um das geliebte Auto winterfit zu machen:
4 Winterreifen aufziehen – mindestens 4 mm Restprofil
Korrekten Luftdruck herstellen
Ersatzrad prüfen und evtl. Luft nachfüllen
Ventilkappen überprüfen
Bremsflüssigkeit prüfen
Alle Beleuchtungsfunktionen überprüfen, ggf. einstellen
Scheinwerfer säubern
Zustand der Batterie checken
Batteriepole fetten
Kühlerfrostschutz kontrollieren und ggf. nachfüllen
Frostschutz für die Scheibenwaschanlage prüfen
Scheibenwischer säubern oder austauschen
Türschloss-Enteiser, Eiskratzer, Schneebesen und Anti-beschlagtuch besorgen
Türdichtungen einfetten
Wolldecke und Thermoskanne (als Stau-Vorsorge) einpacken
Warnweste kontrollieren (in Österreich je eine pro Mitfahrer)
Schneeketten bereithalten – vor allem in Bergregionen
Starthilfekabel und Taschenlampe einpacken
PS: Ich selber fahre seit Jahren Michelin Winterreifen mit dem Winterreifenprofil Pilot Alpin PA3

